Meine Erkrankung 

Anfang 2021 fing alles mit einer starken Infektion an, von der ich mich das ganze darauffolgende halbe Jahr nicht mehr erholte. Ich verlor viel Gewicht, fühlte mich schwach, hatte schlechte Blutwerte und spürte, dass mein Körper verrückt spielte. Letztendlich stellte sich nach einer beidseitigen Sehnerventzündung und einem Visusverlust auf dem rechten Auge der Verdacht auf eine chronisch entzündliche Erkrankung.  Es folgten weitere Sehnerventzündungen, eine Spastik im rechten Bein, die mit starken Schmerzen einherging, sowie weitere Symptome, die die Ärzte im Dunkeln ließen. Meine Mutter erkrankte 2013 an Multiple Sklerose, daher lag der Gedanke nahe, dass ich diese Erkrankung, auch wenn es keine direkte Vererbung gibt, haben könnte. Im Mai 2024 begann man nach fast zwei Jahren des Ungewissen eine Therapie mit einem Medikament, welches mein Immunsystem und somit auch die Schubrate unterdrücken sollte. Dazu kamen starke Schmerzmittel sowie ein Mittel gegen meine Spastik und eine Aufnahme in eine Studie für eine Erkrankung namens Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen oder auch kurz NMOSD. NMOSD gehört zu einer Gruppe seltener Autoimmunerkrankungen des Zentralen Nervensystem (ZNS) und zeigt Ähnlichkeiten zur Multiple Sklerose sowie MOGAD
 (MOG-Antikörper assoziierte Erkrankung).

All diese Erkrankungen sind nicht heilbar, aber behandelbar mittels starker Medikamente und auch Behandlungen, die den Zweck verfolgen die Entzündungsreaktionen, und/oder Antikörper, die den Körper angreifen, zu unterdrücken. Seit Beginn meiner Therapie ist es mir wieder möglich, meinen Leidenschaften, dem Klettern und dem Bergsteigen nachzugehen. Natürlich nicht mehr wie früher, sondern mit gewissen Einschränkungen, aber mit viel Übung und Training möglich.


Aufgrund der Seltenheit als auch dem Punkt dass all diese Erkrankungsbilder nicht heilbar, sondern voranschreitend in ihrem Verlauf sind, entschloss ich mich aktiv dazu diesen Erkrankungen in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit zu schenken und bin eine der German Ambassador ab 2025 der Sumaira Foundation, welche sich insbesondere für die NMOSD als auch MOGAD in der Öffentlichkeit einsetzt.

Auch wenn es eine lange Zeit dauerte, einen ungefähren Weg zur Behandlung zu finden und einer damit langen Zeit, in der ich häufig und da bin ich ehrlich, der Verzweiflung nahe war, half es mir, mich darauf zu konzentrieren, was ich im Leben erreichen wollen würde, woraufhin ich für mich entschied, was es auch in meinem Leben brauchte:

               Zu zeigen, dass trotz solch einer Erkrankung nichts unmöglich ist.