Wie alles begann
Auch wenn ich an der Ostsee geboren wurde, lag mein Herz neben dem Meer immer in der Nähe der Berge. Durch das Aufwachsen in Österreich und der Schweiz waren die Berge immer in erreichbarer Nähe von mir und kaum aus den Augen zu verlieren. Ich mochte Sport zwar immer, wusste aber nie, welche Art von Sport tatsächlich meine Leidenschaft dafür erwecken könnte. Meine Schwester konnte reiten, wozu ich immer zu viel Respekt hatte. Mein Vater fuhr immer schon Rennrad, was ich seither beeindruckend fand, wenn er nach 200 km Touren nach Hause kam, aber zu mehr als Radtouren auf dem Mountainbike mit meiner Familie kam es bei mir nie. Meine Mutter hatte eine unfassbare Ausdauer zum Trainieren im Fitnesscenter, während ich zwar immer stets bemüht war, meine Ausdauer aufzubauen, mich aber das eintönige Programm langweilte
Wo also lag meine Liebe?
Meine Liebe zum Bergsteigen begann nach einem Sportcamp im Tessin, in dem ich das erste Mal mit 15 Jahren mit dem Klettern in Berührung kam und von da an fühlte auch ich mich endlich angekommen in einem sportlichen Bereich.
Wo es mich hinführte
Mit 18 Jahren und nach einem Umzug nach Berlin, verschwanden die Berge aus meiner direkten Sicht und ich fand meine zweite große Liebe im Bouldern. Mein Herz lag zwar immer noch in der Höhe, waren für mich aber nicht mehr in greifbarer Nähe. Nach meinem Studium zog es mich wieder in die Nähe der Berge, auf vollkommen unbekanntes Terrain, aber einer Stadt mit Bergnähe, München. Durch meine langjährige Arbeit an einem Universitätsklinikum, konnte ich jeden Tag den Ausblick auf die Voralpen und die Zugspitze genießen. Dennoch dauerte es ein paar Jahre, bis sich das Klettern, Wandern und letztendlich das Bergsteigen zusammenfanden. Von diesem Moment an wusste ich, wo ich hingehöre und was ich in meinem Leben erreichen wollen würde.
Das Besteigen der höchsten Berggipfel
Schnell spürte ich, dass ich die Ruhe, die ein Berggipfel ausstrahlt, mit nichts, was ich bisher erlebt hatte, vergleichen konnte. Etwas magisches liegt auf jedem verborgen, auch wenn der Weg dorthin zum Teil noch so anstrengend ist.
Wer ich jetzt bin
In kürzester Zeit wuchs meine Liebe zum Bergsteigen und so auch eine große Leidenschaft an Herausforderungen. Nach jedem neuen Gipfel schaute ich schon auf der Heimreise, welcher sich als nächstes anbot. Ich versuchte mich körperlich jedes Mal auf ein neues herauszufordern, weitere Strecken, schwerere Routen, schnelleres Tempo. Schnell war für mich klar, ich möchte noch höher hinauf und wollte mich und meinen Körper selbst testen.
Wie hoch könnte ich es schaffen?
2021 setzte ich mich mit meinen ersten Plänen für eine Nepalreise auseinander. Schon alleine beim Anschauen und Planen spürte ich, wie mein Herz höherschlug und wusste, wohin mich mein Weg führen würde, auf über 6.000 Meter. Doch dann
wurde ich krank.
Kein Nepal, kein Gebirge, kein Gipfel, kein Klettern mehr. Von heute auf morgen musste ich mir eingestehen, dass mein Körper sich selbst angriff und es mir unmöglich machte, meinen Traum, das Dach der Welt selbst sehen zu können, zu verwirklichen. Es dauerte, bis ich verstand, warum sich mein Körper gegen sich selbst richtete und eine neurologische, chronisch entzündliche Erkrankung hinter allem steckte. Nach Beginn einer medikamentösen Therapie, guter Ärzte und viel Geduld war es mir wieder möglich, erst mit dem Bouldern zu beginnen, später mit dem Wandern und dann dem Bergsteigen. Die Erkrankung brachte ihre Veränderungen mit sich, neue Erkenntnisse, die ich über mich und meinen Körper lernen musste, zeigte mir aber auch dass egal wie, es möglich ist, seinen Traum zu verwirklichen. Vielleicht mit mehr Übung, mehr Unterstützung und ausreichender Vorbereitung, aber das Leben ist auch jetzt genauso lebenswert wie früher und erst recht kein Grund, nicht an seine Träume zu glauben.